
Geschichte
Die Bulgaren bekennen sich zum großen Teil zur griechisch-orthodoxen Kirche. 15 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, daneben gibt es Minderheiten von Juden( 3600),
Katholiken( 1%), Protestanten( 1,4%).
Die Anfänge der Deutschsprachigen Ev.-Luth. Gemeinde Sofia beginnen mit einem hilfesuchenden Appell. Ehepaar Reinhard und Ulrike Konzen aus dem Schwarzwald und Jürgen Schulz aus Oberursel, die für unbestimmte nach Sofia gekommen sind, nehmen an einer Kulturveranstaltung der Deutschen Botschaft teil, während der Frau Konzen eine Bemerkung macht, die wie eine Initialzündung wirkt "Übrigens, wir suchen eine passenden Kirchengemeinde". "Das ist ja toll, ich auch, da können wir uns ja zusammentun", kommt es zurück.
Im Oktober 1998 gründen das Ehepaar Konzen und Jürgen Schulz einen 14tägigen Hauskreis, der abwechselnd in den Wohnungen der Teilnehmer stattfindet. Es wird Kontakt mit der amerikanischen lutherischen Gemeinde in Sofia aufgenommen und die dortigen Gottesdienste besucht. Schon bald orientierte man sich verstärkt bei den Lutheranern.
Im Juli 1999 ist das Pfarrerehepaar Wellmer bei Jürgen Schulz in Sofia zu Besuch. Angesichts der unbefriedigenden gemeindlichen Situation für Deutsche in Sofia macht Pfarrer Wellmer den Vorschlag, das Außenamt der EKD zu kontaktieren und um die Entsendung eines Auslandspfarrers zu bitten.
Dass Außenamt der EKD lehnt dies zunächst ab.
Im Juli 2000 erhält Pfarrer Wellmer, mittlerweile Pfarrer in Budapest, dann den Auftrag von der EKD, alle drei Monate einen Gottesdienst in Sofia zu halten.
Am 1.Advent 2000 (10.12.200) konnte der erste deutschsprachige Gottesdienst mit Pfarrer Wellmer gefeiert werden. Er findet mit ausdrücklicher Unterstützung der deutschen Botschafterin, Frau Seiler-Albring, in der katholischen Kirche St. Josef im Zentrum von Sofia statt. Es waren 70 Personen anwesend. Der polnische Pater Josef spricht ein Grußwort. Die bulgarische Kollegin des Galabovgymnasions, Frau Anna Tsaneva, begleitet die gemeinsamen Lieder.
Alle weiteren Gottesdienste im Abstand von einem Vierteljahr werden entweder in der katholischen St. Josefskirche oder in der Deutschen Botschaft gefeiert. Bis zum 2.6.2002 finden insgesamt sieben deutschsprachige Gottesdienste statt, in die auch die Taufe eines Botschaftsangehörigen fällt.
Am 6.10.2002 wird Pfarrer Martin Illert von EKD nebenamtlich und zeitlich befristet mit der pfarramtlichen Versorgung der deutschsprachigen Gemeinde in Sofia betraut. Von nun an wird der Gottesdienst monatlich gefeiert und findet in der 1. evangelischen Kirchen von Sofia ( Ul. Solinska 499 statt, da der Kontakt zur katholischen Kirche abgebrochen ist.
Im Januar 2003 ( 19.1.200) gibt sich die Gemeinde
die "Satzung des Deutschsprachigen Seelsorgedienstes Sofia". Einen Monat später wird ein Kirchenvorstand gewählt. Der Vorstandsvorsitzender wird Reinhard Konzen .
Alle weiteren Gottesdienste finden ebenfalls in der 1. evangelischen Kirchen von Sofia statt - mit Ausnahme des Ostergottesdienstes am 20. April 2003 April, der in der Deutschen Botschaft stattfindet und mit der Konfirmation einiger Jugendlicher verbunden wird.
Im Mai wird Pfarrer Illert verabchiedet. Der Junigottesdienst wird ohne Pfarrer in Eigenregie gefeiert.
Im Juli 2003 entsendet die EKD Pfarrer Dieter Schupp ( Ev. Kirche der Pfalz) nach Sofia.
In der Wohnanlage der Deutschen Botschaft wird zu günstigen Konditionen eine Wohnung im Block( F6) gemietet. Möbliert wird sie mit Spenden aus der deutschen Gemeinschaft. Der Kontakt mit der 1. evangelischen Kirche lässt sich nach der Rückkehr von Pfarrer Illert nicht mehr aufrechterhalten. Die Gottesdienste findet einmal monatlich statt. Die Gemeindeglieder treffen sich ein- bis zweimal im Monat zu Gesprächsabenden in der Pastorenwohnung. Die Gottesdienste in der Deutschen Botschaft werden nicht mehr gestattet. Sie finden nunmehr in den Räumen von Daimler Chrysler-Balkanstar statt.
Im November 2004 entsendet die EKD Pfarrer Hermann Schuller(Landeskirche Baden) nach Sofia. Im Dezember muss erneut ein Raum für den Gottesdienst gesucht werden. da der leitende Direktor von Balkanstar, Herr Willy Kraus, Bulgarien verlässt. In dieser Notsituation bietet die Deutsche Botschaft ihren Festsaal an. Frau Marja Ebersbach von der Deutschen Botschaft wird an Stelle von Herrn Kraus-Masse´ in den Kirchenvorstand gewählt. Um zukünftige Einreiseschwierigkeiten zu vermeiden, lassen wir unsere Gemeinde als Verein nach bulgarischem Recht registrieren. Zu diesem Zwecke ist eine neue Gemeindesatzung nötig. Für die Gemeinde wird der Name "Christliche Kirche weltweit - Weltweite Zuflucht", gewählt, da der Begriff "Ökumene" im Bulgarischen nicht darstellbar ist.
Im Juni 2005 "firmiert" unsere Gemeinde unter diesem Namen. Während dieser Zeit gelingt es Pfarrer Schuller, Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten der orthodoxen Kirche herzustellen und das Misstrauen gegenüber unserer Kirche als "Sekte" abzubauen.
Im Mai 2005 wird Frau Tschokel zur neuen Vorsitzenden der Gemeinde gewählt.
Im September 2005 entsendet die EKD Pfarrer Dr. Henrich Scheffer , der mit seiner Frau nach Sofia kommt. In der Botschaft wird alle 14 Tage ein Gottesdienst gefeiert. Eine Satzungsänderung, die den Formalismus der Situation der Auslandsgemeinde anpasst, wird bei Sofioter Gericht eingereicht und im Frühjahr bewilligt. Pfarrer Scheffer nimmt Kontakt mit der Erich Kästner-Schule auf, um die Möglichkeiten des Religionsunterrichtes zu sondieren. Nach bulgarischem Recht darf dieser an den Schulen nicht erteilt werden. Die Eltern könnten ihn allerdings in Eigeninitiative organisieren. Dazu kommt es leider nicht.
Im September 2006 entsendet die EKD Pfarrer Johannes Kwaschik ( Ev. Kirche Berlin-Brandenburg) für fünf Monate nach Sofia. Ihm folgt Pfarrer Hans-Ludwig Müller-Brandes(Landeskirche Nordelbien). Die Deutsche Botschaft fordert die Gemeinde auf, sich andere Räumlichkeiten für die Gottesdienste zu suchen, da sie nun offiziell in Bulgarien registriert sei. Gute Kontakte zur ev.-methodistischen Kirche Bulgariens ermöglichen es, das wir von nun unsere Gottesdienste in der dortigen kleinen Kapelle in der Rakovskistr. 86 feiern können.
2007 wird die Pfarrwohnung renoviert. Unsere Gemeinde zählt nun 20 ständige Mitglieder.
Am 1.9. 2007 tritt Pfarrer Zamel (Ev. Landeskirche Nordelbien) seinen Dienst in Sofia an. Zusätzlich erteilt er an der Erich-Kästner Schule Religionsunterricht und bietet eine Philosophie-AG am Galabov-Gymnasium an.
Im Winter 07/08 wird eine neue Satzung auf der Basis einer EKD-Mustersatzung erarbeitet und der neue Name der Gemeinde lautet nun: "Deutschsprachige evangelisch-lutherische Gemeinde Sofia" Die ökumenische Ausrichtung der Gemeinde ist damit nicht aufgegeben. Der Name "evangelisch.-lutherisch " dient der Profilierung gegenüber anderen religiösen Gemeinschaften.
Am 08.12. 2007 wird Frau Gudrun Steinacker, die stellvertretende Botschafter ist, als Nachfolgerin von Frau Marja Ebersbach in den Kirchenvorstand gewählt.
Zum Pfingstgottesdienst 2008, der in der Deutschen Botschaft stattfindet, haben wir das Blechbläserensemble des Braunschweiger Doms zu Gast.
Am 14.06.08 wird ein fröhliches Gemeindefest gefeiert, das mit einem Gottesdienst in der Deutschen Botschaft beginnt. Wir dürfen davon ausgehen, dass alle zukünftigen Festgottesdienste unserer Gemeinde in der Deutschen Botschaft gefeiert werden können.
Am 21.Juni 2009 feiert die Gemeinde ihr zehnjähriges Jubiläum, das mit einem Festgottesdienst in der Deutschen Botschaft beginnt. Als Ehrengäste sind von der Deutschen Botschaft das Botschafterehepaar Geier , die ehemalige Botschafterin Frau Seiler-Albring und das Ehepaar Fabjan von der österreichischen Botschaft anwesend. Dazu Pastor Wellmer aus Budapest mit seiner Ehefrau und Jürgen Schulz aus Oberursel und die Bulgarin Anna Tsaneva. Im Rahmen des Gottesdienstes werden Herr Michael Geier und Frau Gudrun Steinacker, die nach Nowosibirsk geht, feierlich verabschiedet.
Die Geschichte unserer Gemeinde setzt sich fort - mit Gottes Hilfe und Segen.
"Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus"
( 1. Korinther 3,11)